„Weißt du“, sage ich und blicke in sein überraschtes Gesicht, „Geruch besteht nicht nur aus Molekülen. Er ist die Erinnerung an die Hände, die unsere Hände gelehrt haben. An Elena Popescu, die uns gezeigt hat, wie man eine Tasse richtig macht, nicht für die Ausstellung, sondern zum *Verstehen*.“


Der Handarbeitsunterricht lehrte uns nicht, schöne Dinge herzustellen. Er lehrte uns, einfach zu tun. Mit Fehlern. Mit Kratzern. Mit Liebe zum Prozess, nicht zum Ergebnis. Ich erinnere mich, wie sie zwischen den Bänken entlangging, ihre Strickjacke duftete nach Kaffee und einer Güte, die sich nicht in Worte fassen lässt. Sie sagte nie „falsch“. Sie sagte: „Was wäre, wenn du das versuchen würdest?“


Mein Neffe schweigt. Dann fragt er: „Darf ich deine Knete ausprobieren?“
Und dann verstehe ich es wirklich: Erinnerungen sterben nicht – sie warten nur darauf, ausgewählt zu werden. Wenn jemand sagt: „Mich interessiert, wie es *wirklich* war“, gebe ich ihm ein Stück gelbe Knete, und seine Finger beginnen, das Material zu massieren. Erst etwas ungeschickt, dann immer sicherer. Und ich sehe, wie sich sein Gesichtsausdruck allmählich verändert – er wird ruhiger.


**Sagen Sie mir: Welcher Geruch oder welche Empfindung aus Ihrer Kindheit ist Ihnen in dem unerwartetsten Moment in Erinnerung geblieben? Und haben Sie diese Fähigkeit – nicht einen Gegenstand, sondern die Fähigkeit, Zeit zu *fühlen* – an Ihre Kinder weitergegeben?**